23.10.2021, 23:04
Die kurze Welle der Euphorie die Astorias Antlitz normalerweise bei ihm auslöst verebbte, als sie sich dem Thema Unterkünfte zuwandten. Er überließ ihr gerne solche Dinge, denn er hatte definitiv noch einiges an diplomatischem Feingefühl zu erlernen – auch wenn er sich ganz wacker schlug, er war eben jemand der lieber Dinge mit dem Schwert klärte. Es wäre keine wirklich große Herausforderung für ihn gewesen, ein paar Wachen zu bestechen und im Anschluss irgendein Haus am Hafen friezuräumen, Morddrohungen oder Anschläge brachten viele Leute dazu sich lieber umzuorientieren. Es wäre jedoch durchaus aufmerksamkeitserregend, wenn zwei die adeligen Graillys sich dann in so einem Haus aufhielten oder gar die ehemaligen Besitzer zum Essen einladen. Er verzog ein wenig das Gesicht, als die De Graeffs aufkamen. „Sehr selbstlos und zuvorkommend.“, kam es sarkastisch, „Einerseits irgendeiner Tochter Interesse vorzuheucheln während wir in zwei Zimmern schlafen? Ich glaube beim am zweiten abendlichen Beisammensein hätte ich einen Grund gefunden, Hexenjäger einzuladen.“ Es wäre ja nicht das erste Mal gewesen und ein kurzes Schmunzeln erschien auf seinen Lippen. Zugegeben, es war eher ein halb-bitteres. Nach wie vor tat Balthazar die Dinge, die er tat nicht gerne, es bereitete ihm keine Freude Leute umzubringen. Jedoch gab es eben oftmals keine andere Möglichkeit und Probleme aus der Welt zu schaffen, das war oftmals doch irgendwie ein befriedigendes Gefühl. Der Ehrgeiz hielt beide Gestalten, die sich da langsam Richtung Novigrad bewegten, im Griff. Der Ehrgeiz und natürlich der Wille zu überleben. Dieser war es auch, der De Graeff als eine immer schlechtere Option darstellte, denn schließlich hatten sie beide, jeder für sich und gemeinsam, Geheimnisse, die sie ins Grab bringen könnten und daher gab es neugierige Blicke stets zu vermeiden oder zu beseitigen, wenn möglich.
Die Vorstellung im Novigrad am Hafen zu leben, löste bei ihm nicht direkt positive Gefühle aus. Zwar war die Vorstellung gewiss majestätisch, allerdings war es als Redanier in Novigrad nicht gerade einfach. Nicht weil einem die Bevölkerung Schwierigkeiten machen würde, das Gegenteil wäre der Fall. Als langer Arm Radovids würde man mit Aufträgen nur so zugeworfen werden und wenn früher oder später doch der weiße Adler von den Mauern der ‚freien Stadt‘ weht, sollte man besser daran einen Anteil gehabt haben. Andernfalls mochte sich die königliche Gunst auch ganz schnell verändern. Wobei weder Balthazar noch Astoria, jedenfalls momentan, fürchten müssen das dies eintrifft. Momentan waren Radovids Interessen auch seine, aus pragmatischen Gründen. Einfluss war das neue Gold der Graillys, solange sie keines hatten jedenfalls, und es gab keine bessere Form von Einfluss als königlicher Segen.
Den Vorschlag, den alten Coppens zu Fragen nickte er knapp ab. Zwar lag es in der Natur der Leute neugierig zu sein, allerdings war Coppens keinesfalls ein solch nerviger Geselle wie die andere Familie. Außerdem fand er die Idee etwas zentraler als am Hafen zu hausieren gar nicht mal so verkehrt. „Ich fände es ebenfalls sehr unweise an seiner Stelle, uns irgendetwas auszuschlagen.“, gab er zustimmend von sich, „Schließlich machen wir keinen Ausflug nach Novigrad und uns da in die Quere zu kommen…“ Der Ritter lag seinen Kopf etwas schief. „Schlechte Idee.“, fügte er an. Was ihn zu dem Thema führte, warum sie überhaupt in die Stadt zogen. Er hatte selbst nur eine eher grobe Ahnung, was man da von ihnen wollte, aber er konnte sich sicher sein, dass es nicht gerade eine Kleinigkeit war. „Mit den Hexenjägern und den Predigern erscheint es mir eher etwas…überflüssig das wir dort sind.“, gab er von sich, „Es sind überall Augen und Ohren in der Stadt. Allerdings…ich vermute fast das wird das Problem sein. Radovid wäre ja schön blöd, wenn er den Hexenjägern blind vertrauen würde…die sind am Ende auch alles nur dumme Bauern mit Schwertern in der Hand. Ich glaube fast, unser Eintreffen dort wird die ganze Sache noch etwas beschleunigen. Jedenfalls ist das zweifelsohne die Hoffnung seiner Majestät, weniger Subtilität. Mehr Kontrolle. Schließlich buhlt Nilfgaard noch herum, und diesen Räuberbanden muss auch mal wer klarmachen was militärische Stärke heißt.“
Die Vorstellung im Novigrad am Hafen zu leben, löste bei ihm nicht direkt positive Gefühle aus. Zwar war die Vorstellung gewiss majestätisch, allerdings war es als Redanier in Novigrad nicht gerade einfach. Nicht weil einem die Bevölkerung Schwierigkeiten machen würde, das Gegenteil wäre der Fall. Als langer Arm Radovids würde man mit Aufträgen nur so zugeworfen werden und wenn früher oder später doch der weiße Adler von den Mauern der ‚freien Stadt‘ weht, sollte man besser daran einen Anteil gehabt haben. Andernfalls mochte sich die königliche Gunst auch ganz schnell verändern. Wobei weder Balthazar noch Astoria, jedenfalls momentan, fürchten müssen das dies eintrifft. Momentan waren Radovids Interessen auch seine, aus pragmatischen Gründen. Einfluss war das neue Gold der Graillys, solange sie keines hatten jedenfalls, und es gab keine bessere Form von Einfluss als königlicher Segen.
Den Vorschlag, den alten Coppens zu Fragen nickte er knapp ab. Zwar lag es in der Natur der Leute neugierig zu sein, allerdings war Coppens keinesfalls ein solch nerviger Geselle wie die andere Familie. Außerdem fand er die Idee etwas zentraler als am Hafen zu hausieren gar nicht mal so verkehrt. „Ich fände es ebenfalls sehr unweise an seiner Stelle, uns irgendetwas auszuschlagen.“, gab er zustimmend von sich, „Schließlich machen wir keinen Ausflug nach Novigrad und uns da in die Quere zu kommen…“ Der Ritter lag seinen Kopf etwas schief. „Schlechte Idee.“, fügte er an. Was ihn zu dem Thema führte, warum sie überhaupt in die Stadt zogen. Er hatte selbst nur eine eher grobe Ahnung, was man da von ihnen wollte, aber er konnte sich sicher sein, dass es nicht gerade eine Kleinigkeit war. „Mit den Hexenjägern und den Predigern erscheint es mir eher etwas…überflüssig das wir dort sind.“, gab er von sich, „Es sind überall Augen und Ohren in der Stadt. Allerdings…ich vermute fast das wird das Problem sein. Radovid wäre ja schön blöd, wenn er den Hexenjägern blind vertrauen würde…die sind am Ende auch alles nur dumme Bauern mit Schwertern in der Hand. Ich glaube fast, unser Eintreffen dort wird die ganze Sache noch etwas beschleunigen. Jedenfalls ist das zweifelsohne die Hoffnung seiner Majestät, weniger Subtilität. Mehr Kontrolle. Schließlich buhlt Nilfgaard noch herum, und diesen Räuberbanden muss auch mal wer klarmachen was militärische Stärke heißt.“
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