The Square
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Willkommen, lieber Reisender!

Setz‘ dich zu uns, nimm einen Krug und deine Gwintkarten in die Hand. Es sind schwere Zeiten, in denen du zu uns gestoßen bist. Wir schreiben das Jahr 1273 und das Feuer der Hexenjagd hat schon viele Menschenleben verschlungen. Egal ob Mensch, Mutant oder Anderling: Es wird Zeit, dich für eine Seite zu entscheiden. Schmiede mit uns das Schwert des Schicksals neu und verändere mit uns die Politik, um Geschichte zu schreiben.
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The Square › Silver & Steel › Redanien
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Falgeirr
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#1
23.10.2021, 22:24 (Dieser Beitrag wurde zuletzt bearbeitet: 23.10.2021, 22:40 von Elsbeth.)
Es war das erste Mal, dass er mit leeren Taschen den Weg zu der verruchten Taverne einschlug. Nicht selten hatte sein neugewonnener Reichtum von einem Auftrag hier ein frühes Ende gefunden, waren die Frauen hier zwar tatsächlich ausgesprochen gut – aber eben auch ausgesprochen teuer. Da er nicht gerade der große Freund davon war Schulden bei irgendjemandem zu haben, er war sich auch gar nicht sicher ob das in so einem Lokal eine Option war, ließ die leere Tasche eigentlich nur darauf schließen, dass er irgendetwas anderes vorhatte, außer dem Üblichen. Woraus das Übliche hier bestand, dass konnte sich jeder gerne selbst ausmalen. Nicht nur die leere Tasche war unüblich, als auch die Uhrzeit. Er war sich nach wie vor nicht sicher, ob die Taverne überhaupt geöffnet hatte – allerdings war die Einladung bezüglich der Uhrzeit sehr genau, in allen übrigen Themen hatte sie sich allerdings äußerst vage ausgedrückt. Jedoch ging es um etwas berufliches, so viel stand fest und da blieb Falgeirr nur selten fern. Hatte selbst ein Hexer der Bärenschule laufende Kosten und musste von irgendetwas leben – mehr als die Luft zum Atmen gab es schließlich nicht umsonst. Das um Aufträge neuerdings so ein Aufriss gemacht wurde, konnte er nur Bestens verstehen. Novigrad war alles andere als ein einfaches Pflaster, früher hatte sich jeder Aufenthalt in der Stadt gelohnt – die reiche Stadt hatte immer ein oder zwei Kaufleute, denen etwas gegen den Strich gegangen ist. Mittlerweile musste man sich gut überleben, ob man in die Stadt zurückkehren mochte. Die Anfeindungen der Kirche und ihrer Hexenjäger trafen zwar die eigentlichen Experten der Monsterjagd derzeit nur sehr bedingt, meist nicht mehr als heiße Luft und seltsame Blicke, allerdings heizte sich die Stimmung immer mehr auf. Wer schon Anderlinge angreift wird auch bald die Männer mit den Katzenaugen ausgelöscht haben wollen, daran gab es wirklich kein Zweifel. Vermutlich war lediglich die Nützlichkeit der Hexer ein Grund dafür, dass sie bis jetzt relativ unbeschadet aus der Sache herausgekommen sind. Die Hexenjäger rühmten sich zwar damit, die Faust des ewigen Feuers zu sein – aber ähnlich wie eine Faust sind die im Kampf gegen richtige Monster genauso nutzlos. Gegen Ertrunkene mags ja noch funktionieren, aber gegen was Ernsthafteres? Niemals.

Mit routinierten Griffen band er sein Pferd vor der Taverne an, lockerte sicherheitshalber seinen Waffengurt – waren so viele Hieb und Stichwaffen auf einmal nicht gerade etwas, dass man gerne in solchen Orten sah. Auch wenn er nur ungerne die Dinger abgab, war es wohl allemal besser als sie beim Pferd zu belassen. Der Blick dabei, wenn Leute versuchten das Arsenal des Hexers abzutransportieren war außerdem jedes Geld der Welt wert. Zweimal polterte er stark gegen die schwere Tür die am frühen Abend noch verschlossen war. Es dauerte nicht lange, ehe eine junge Dame, vermutlich irgendeine Aushilfe, die Tür öffnete. Sie grinste, erzählte ihm das er erwartet wurde und weil er dem zierlichen Ding wirklich nicht seine Waffen anvertrauen wurde folgte er ihr kurz um die tödlichen Instrumente irgendwo abzulegen. Es brauchte wirklich keine Katzenaugen um zu schlussfolgern, dass die einzige Person die sich außer ihm noch im Schankraum befand vermutlich die Person war, die ihm eingeladen hatte. Dementsprechend stapfte er auf die schwarzhaarige Frau zu, musterte sie kurz und zog dann einen Stuhl heran um sich ihr gegenüber zu setzen, die Arme zu einer unüberwindbaren Mauer aus emotionaler Kälte verschränkt. „Also…“, sagte er dann, „Du hast Arbeit, eh?“ Ihn interessierte nicht sonderlich, wo sie herkam, was sie machte oder wohin sie wollte. Der Auftrag und das Geld, das war der deutlich wichtigere Faktor und meistens war es besser, einfach nicht zu viele Nachforschungen anzustellen und sich zu sehr in Dinge involvieren zu lassen. Er war ein Werkzeug um Monster zu erledigen, keine Kraft die irgendwelche Dinge in Bewegung setzte. Sollten sich andere um Hintergründe kümmern, ihm war das egal. Was ihm allerdings nicht egal war, war die Tatsache das es in diesem Schuppen absolut zu warm war um in Hexer-Montur hier zu sitzen - und was für eine Montur das war. Wenn man noch viele Hexer der Bärenschule sehen würde, könnte man sagen das sie furchtbar typisch für die Hexer aus Skelliga war – eher für kalte Winde gedacht, als für das milde Klima auf dem Festland. Das Ganze hätte etwas mantelartiges, wenngleich es kein feiner Wollstoff war sondern Kette. Die Schultern waren unter Panzerplatten versteckt und lediglich die Hände waren wohl für den Besuch hier aus praktischen Gründen freigelegt, der Brustbereich wurde zusätzlich mit schwerem Leder über der Kette geschützt – am Kragen war Pelz angebracht und über allem lag ein silberner Bärenkopf an einer Kette, welcher Elsbeth ebenso finster anstarrte wie der Besitzer des Anhängers.
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Elsbeth
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#2
23.10.2021, 22:26
Bisher waren ihren Planungen erstaunlich erfolgreiche Ergebnisse gefolgt, die sie kaum erwartet hätte und fast so etwas wie Misstrauen in ihr schürten. Der allgemeinen Lage in den Nordlanden lag die Befürchtung, von der nächstbesten Schankmaid an die Hexenjäger verraten zu werden, erschreckend nahe. Und so war ihr auch beim Kontakt zu den Vermittlern ihrer Nachricht nicht sehr wohl gewesen, obwohl der Preis, den sie dafür zahlte dermaßen hoch gewesen war, dass sie für einen kurzen Augenblick in Versuchung war, die nicht verabredete Eskorte aus sieben kampferprobten Männern wieder abzubestellen – anders konnte sie sich das Zustandekommen der Summe nicht erklären. Doch wie erwartet hatte keine Mannschaft in der Taverne auf sie gewartet, nur ein junges Mädchen, das ihr freudestrahlend die Tür geöffnet und ihr einen Platz angeboten hatte und entweder nicht ahnte, was hier vonstattenging, oder in alle Einzelheiten eingeweiht worden war und somit mehr oder minder unfreiwillig zur Wissenden wurde. Was Elsbeth wiederum dezent beunruhigte – eine potentielle Gefahrenquelle. Sie wünschte der Diebesgilde nur, dass das junge Ding ihr Mundwerk zu zügeln wusste und über das Treffen, das hier anberaumt war, niemals auch nur eine Silbe verlieren würde.

Eine leichte Nervosität konnte sie sich nicht absprechen. Den Becher Wein, den man ihr serviert hatte, mit den Fingerspitzen auf der Tischplatte drehend, hielt sie die Tür zum gänzlich leeren Schankraum im Blick. Sie war deutlich zu früh eingetroffen und hatte gehofft, ein wenig zur Ruhe kommen zu können, bevor der Hexer auftauchen würde. Doch selbstverständlich hatte ihr die Wartezeit eher das Gegenteil beschert – eine dezente Übelkeit, kalte Hände und eine trockene Kehle sowie den Zweifel daran, dass ihr Alleingang tatsächlich so eine gute Idee gewesen war. Doch ein Zurück gab es jetzt nicht mehr, schon allein, weil sie bestimmten Personen keinen Triumph gönnen wollte. Als schlechte Verliererin hätte sie es auch sich selbst kaum verziehen, was nichts daran änderte, dass sie deutlich zusammenzuckte, als es tatsächlich an der Tavernentür klopfte, was den Wein im Becher gefährlich nah an den Rand schwappen ließ. Sie richtete sich auf ihrem Stuhl auf und beobachtete die junge Frau mit fast schon warnendem Blick dabei, wie sie den kurzen Weg von der Theke bis zur Tür überwand. Es war immerhin nicht allzu abwegig, dass ihr das, was sie vor der Tür erwartete, einen gehörigen Schrecken einjagen würde – im besten Fall war es tatsächlich nur der Hexer, im schlimmsten eine Truppe der redanischen Armee oder eine Hand voll Hexenjäger. Unweigerlich zog eine unangenehme Anspannung in den schmalen Körper der Zauberin, die auch nicht nachlassen wollte, als die junge Frau öffnete und nicht einmal mit der Wimper zuckte. Elsbeth schlussfolgerte aus der Reaktion, dass der Hexer eingetroffen war – und dass die Dame Bescheid wusste. Ihre Miene verzog sich für einen kurzen Moment.

Der Anblick des Hexers hätte Elsbeth beruhigen sollen, denn weiterhin verlief alles nach Plan. Doch ihr gut ausgeprägter Überlebensinstinkt sorgte beim Anblick der gelben Augen und dem Gedanken daran, dass sie keinen Menschen, keinen Zauberer sondern einen waschechten Mutanten vor sich hatte, dafür, dass sowohl Körper als auch Geist in absolute Alarmbereitschaft versetzt wurden. Doch Elsbeth war eine gute Schauspielerin, immer schon gewesen, sodass sie sich fast soetwas wie ein Lächeln abringen konnte, als der Mann ohne ein Wort des Grußes seinen Stuhl heranzog und sich vor ihr nieder ließ. Dass sie selbst sitzend nicht unwesentlich den Kopf in den Nacken legen musste, um ihn das Gesicht zu blicken, hätte sie unter anderen Umständen zu einem amüsierten Kommentar hingerissen, in diesem Augenblick jedoch malten sich vor ihrem inneren Auge nur Szenen, in denen er ihr mit einem geschickten Handgriff das Rückgrat brach. Nein, vertrauensselig war Elsbeth noch nie gewesen. Für einen kurzen Moment breitete sich Stille im Schankraum aus, den die junge Schankdame ausnutzte, um einen Krug Bier vor den Hexer zu stellen. Elsbeth warf ihr einen schwer zu deutenden Blick zu, irgendetwas zwischen Warnung und Drohung ob ihrer Informationen über die beiden Anwesenden und einer dezenten Ungläubigkeit über ihr lässiges Verhalten.

Vielleicht einen Moment zu spät, um gänzlich unbeeindruckt zu scheinen, hob sie die bis eben noch fest ineinander verschränkten Hände aus dem Schoß und bettete sie nun übereinander auf dem Tisch. Ein langsames Nicken war die erste Reaktion, die sie auf seine Frage hin leisten konnte, welches sie mit einem erstaunlich festen „Ja.“ abschloss. Das fing ja ganz toll an. Ein leises Räuspern überspielte das tiefe, angestrengte Einatmen, dass sie brauchte, um ihre Gedanken und ihre Stimme soweit zu ordnen, dass sie sich traute, weiter zu reden. Sie wusste nicht, ob es ihr vielleicht ganz lieb war, dass er ihr sämtliche Höflichkeitsfloskeln und Vorstellungen ersparte sondern direkt zum Punkt kommen wollte. Seine Körpersprache und sein Blick ließen sie immerhin auch die letzte Versuchung, diese eben doch anzudeuten, verwerfen. Sie warf noch einen prüfenden Blick durch den Raum, um sich zu vergewissern, dass die Frau nicht noch mehr mitbekam, als sie eh schon wusste. „Ich benötige Eure…“ Sie stockte kurz, auf die Erkenntnis hin, dass der Hexer sie sogleich geduzt hatte und zog daraufhin kurz die Augenbrauen zusammen – sie war eindeutig andere Anreden gewohnt, dies zu bemerken wäre dennoch dezent töricht gewesen. „…deine Hilfe bei der Suche nach einem Vampir.“ Sie neigte kurz unentschlossen den Kopf zur Seite, vollführte mit der Rechten eine abwägende Handbewegung. „Nach irgendeinem Vampir trifft es eher.“ Hatte sie schon erwähnt, dass es um einen Vampir ging? Mit ausgestrecktem Zeigefinger bat sie um einen Moment, um aus der Innentasche ihres schwarzen Mantels, den sie erst gar nicht abgelegt hatte, ein Stück Pergament zu ziehen und es erst sorgsam zu entfalten und dann vor sich auf dem Tisch glatt zu streichen. „Ich konnte mich nicht für eine Art entscheiden.“, meinte sie dann, eher zu sich, als zu ihrem Gegenüber, während ihre Augen über die spärlichen Notizen, die sie gemacht hatte, huschten. „Ich fürchte ein Flatterer reicht mir nicht.“ Ihr dämmerte, dass sie sich vielleicht ein wenig anhörte, als wäre sie auf der Suche nach einem neuen Haustier. Sie hob den Blick wieder zum Hexer und deutete ein entschuldigendes Lächeln an. „Aber das sollte kein Problem sein, nicht?“ Sie hoffte inniglich, dass der Hüne, der vor ihr saß, seinen Platz und die Taverne auf ihre Ausführungen hin nicht einfach wortlos verlassen würde, weil er dachte, sie würde scherzen und seine Zeit vergeuden wollen, denn die Zauberin mochte in ihrem schlichten, schwarzen Kleid und den leichten Stiefeln nach allem aussehen, aber nicht nach einer Monsterjägerin.
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Falgeirr
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#3
23.10.2021, 22:29
Mit einem rumpeln der schweren Rüstungsteile legte sich die Pranke um den vor den Bären gestellten Bierkrug, er trank einen schluck und sah die Schwarzhaarige aus grimmigen Augen an. Hübsch war sie ja, aber wenn er eins gelernt hatte: Der Schein trug oft. Viele Worte sprach er nicht, nur das nötigste. Nicht das er einer dieser sozial verwaisten Hexer-Exemplare ist, aber bei neuen Menschen hielt er es stets mit übereifrigem Misstrauen am besten. Man wusste ja nie so genau, das ganze Treffen roch ja nicht gerade unbedingt sehr vertrauenswürdig. Nachdem er einen ordentlichen Schluck, der fast den halben Krug geleert hatte, zu sich genommen hat lehnte sich der Bär leicht zurück und verschränkte die Arme. Lauschte, wenigstens aufmerksam wenn auch schweigsam, den Ausführungen von Elsbeth. Zwar regte sich keine Mine, wie auch bei den Mutationen, in seinem Kopf spielte sich jedoch ein erbitterter Kampf zwischen: Mehr Geld verlangen, auch wenn noch kein Preis festgelegt war, gehen und laut loslachen ab. Er räusperte sich und nickte schwer. „Zaubererin, oder?“ Dieser steilen These war er sich jedenfalls bewusst. Er würde sonst niemanden kennen, nicht mal den beklopptesten Alchemisten, der ein Hexer nicht anheuert weil er ein Problem mit ihm hat – sondern um eins zu finden. Aber Falgeirr verstand sich stets als Dienstleister, weswegen er nur allzu froh war gegen Geld Monster auch zu suchen. Zauberer halten schließlich nie schlecht.

„Um eins mal klar zu stellen.“, sagte er trocken, „Das kostet. Ordentlich. Ich bin Problemlöser und meistens ganz froh damit, nicht zusätzlich auch noch Probleme zu verursachen. Für die Monster in dem Fall, aber trotzdem.“ Er seufzte kurz. „Also…Vampire…sind zahlreich wie der Sand am Meer. Es gibt höhere Vampire, schlauer als die meisten anderen und kaum von Menschen zu unterscheiden. Dann gibt es noch solche hässligen Monsterviecher. Bruxa, Ekimara…die eher grässlige Art von Monster. Ich fang dir keinen Höheren, bevor du fragst und auch sonst nichts was noch lebt. Die Chance das diese Viecher einen von uns beiden in Stücke reißen wenn man sie nicht sofort erledigt…nunja. Ist ziemlich hoch.“

Der Hexer lehnte sich vor um den anderen, verbleibenden, halben-krug großen Schluck zu nehmen. Der Neugier gab er nicht nach, er fühlte sie auch offen gesagt gar nicht. Es reichte ihm es als Zauberer-Spinnereien abzutun, die eben gut bezahlt werden würde. Das dahinter irgendein tieferer Sinn stecken könnte, war nichts von Belang. Es war auch vielleicht besser wenn er gar nicht erst wusste, woran die liebe Zauberergemeinschaft derzeit arbeitet. Wenn man die Hexenjäger bedenkt, würde alleine der Umstand das er sich mit ihr hier getroffen hat schon genug Probleme bereiten. Wenn er nicht gerade in einem Folterkeller oder auf einem Stapel Holz enden würde, dann wäre es auf jeden Fall Grund genug die vereinigten Nordlande hinter sich zu lassen. Also Risikozulage, das musste er auch noch berechnen. „Zweihundert vorher.“, sagte er dann trocken, „Fünfhundert nachher.“ Dabei hatte er die massiven Arme wieder verschränkt und starrte sie stur an. Etwas unangenehm, etwas den harten Kerl am Nachspielen. Aber wenn man mal ehrlich war, ein Hexer der Bärenschule – da kam diese Art doch erschreckend natürlich und überzeugend herüber.
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Elsbeth
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#4
23.10.2021, 22:30
Seine Frage sorgte für ein kurzes Zucken ihrer Mundwinkel. „Würde das etwas am Preis ändern?“, fragte sie dann beiläufig, den Blick hinab auf den Tisch senkend, um das Stück Papier nun sorgfältig zusammenzufalten und seinen folgenden Worten zu lauschen. Der Griff der Finger um das Pergament war eindeutig zu fest, als dass Elsbeth einen entspannten Eindruck machte, dafür brauchte man weder ein überaus empathischer Mensch noch in der Lage sein, Gedanken zu lesen. Auch die Tatsache, dass sie es vermied, dem Hexer nun in die Augen zu blicken, sondern weiter auf ihre eigenen Hände blickte, während sie seinen Worten aufmerksam folgte. Tatsächlich drehten sich in ihrem Kopf die Gedanken, auf der Suche nach Auswegen, Abzweigungen, von denen Sie im Falle eines Falles Gebrauch machen könnte. Seine Worte klangen wenig hoffnungsvoll für ihren Plan, doch nicht ausweglos. Sie bedachte seine Aussage, dass er ihr keinen höheren Vampir beschaffen würde, mit einem leichten Nicken und hob erst jetzt den Kopf wieder, um ihn anzusehen, sich nun selbst ein wenig zurücklehnend und das Pergament endlich loslassend. Sie verschränkte die Hände wieder ineinander.

„Ich verlasse mich da gern auf dein Urteil.“, begann sie dann mit nach einer kurzen Pause, in welcher sie seine Preisvorstellung verarbeitete, „Wenn wir uns auf ein hässliches Monsterviech einigen können, das… sagen wir, den einfachen Vampiren ein Stück weit überlegen ist. Ich brauche keinen Flatterer von nebenan, den jeder Bauernjunge mit einer Schaufel vom Kellergewölbe hauen könnte.“ Sie seufzte und ahnte, dass sie sich auf dünnes Eis begab. Die Berufsehre von jemandem anzuzweifeln konnte schneller nach hinten losgehen, als man dachte. „Da dieser Auftrag jedoch für mich von großer Bedeutung ist und ich deinen Aufwand und das zusätzliche Risiko durchaus einsehe…“ Sie hätte mit den Augen gerollt über ihre Phrasen, wenn er nicht hingesehen hätte, doch sein Blick lag dermaßen stur und eindringlich auf ihr, dass sie es nicht mal wagte zu blinzeln, „…schlage ich vor, dass ich dir Zweihundert vorher und Sechshundert nachher gebe.“ Beim Aussprechen dieser Zahlen zog sich ihr Inneres deutlich zusammen – immerhin zahlte sie die Summe im Zweifel aus eigener Tasche, hatte sie doch vor Philippa schön den Mund über ihre Pläne gehalten und würde beim Fehlschlag kaum bei ihr um finanzielle Unterstützung bitten. Doch da Gold das einzige Mittel war, mit dem sie Überzeugungsarbeit leisten konnte, würde sie schon irgendwie einen Weg finden. In der allerletzten Not hatte sie ja immer noch einen großzügigen Vater irgendwo in Nilfgaard…

Über ihre weiteren Bedingungen breitete sie vorerst noch den Mantel des Schweigens, lohnte es doch nicht, die Sache noch komplizierter zu machen, bevor sich das Gegenüber auf das Grundlegende eingelassen hatte. „Für die Kosten der Reise, so denn sie nötig ist, komme ich gern auf.“ Sie lächelte auf ihren generösen Vorschlag hin zu dem Hexer hinüber – so ein Angebot würde er wohl kaum einem seiner Kollegen überlassen. Zur Beendigung ihres Vorschlages klatschte sie leise in die Hände und hob dann abwartend die Augenbrauen. „Wie klingt das?“
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Falgeirr
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#5
23.10.2021, 22:33
Der Bär ließ auf die Frage, ob es etwas ändern würde das sie magisch begabt ist, nur ein leichtes Brummen hören. Das sowohl als Ja, natürlich als auch als ein Ist mir scheiß egal gewertet werden könnte. Hoffentlich war sie nicht einer von den Idioten die meinen nur weil sie mit einem Hexer schliefen wäre die Sache schon gegessen. Ach, was hatte er schon Geschichten von den katzenaugigen Idioten gehört, die sich mit Hexen eingelassen hatten und allesamt endeten sie schlecht. Ob es ihm nicht vielleicht sogar als Mahnung gereichen sollte? So gut war die Auftragslage nun auch nicht. Bei ihrem Kommentar über Flatterer konnte er nicht anders, als ein tiefes, brummiges wenngleich auch kurzes Lachen von sich zu geben. „Wenn du mir den Bauernjungen zeigst, der irgendeinen Vampir mit einer Schaufel erledigt…“ Er machte eine kurze Pause, um mit dem Kopf zu schütteln „Dann eröffne ich nur für ihn gerne wieder die Hexerschulen, der Junge würde es definitiv zu was Großem schaffen.“ Unter dem Ächzen des Stuhls lehnte sich der Hexer etwas zurück. „Katakan.“, sagte er dann trocken, „Mehr als Ekkimmaras und wenn nicht zu alt immer noch genauso einfach zu erkennen, auch wenn sie erheblich mehr draufhaben. Wird einiges an Schwarzem Blut brauchen, Mondstaub, Vampiröl…Igni…“, ratterte er die Materialliste für das Schlachtfest runter. „Vorausgesetzt wir finden einen, aber normalerweise hinterlassen die Viecher spuren. Keine zwei schicken Punkte am Hals, die man stolz seiner Freundin am Waschbrunnen zeigt, sondern eher Spuren wie Brenna…nur eben mit weniger Material zum verteilen.“

Als er die Summe hörte, verzog der Hexer keine Mine auch wenn er innerlich über die Ressourcen staunte, die so ein Zaubererfrüchtchen bewegen konnte. Münzen in einer Anzahl wie sie normalerweise ein ganzes Dorf gerade so bereitstellen konnte, genug, um ein verzogenes Mädchen mit Talent nach Aretuza zu schicken, vorausgesetzt die Schule gäbe es noch. Generell schienen Schulen jeder Art etwas zu sein, dass diese Epoche brauchte. Vielleicht von Zaubererschulen abgesehen. „Zweihundert vorher…“, wiederholte er langsam, „SECHShundert nachher.“ Der Bär von einem Mann nickte abschließend, das Geschäft stand für ihn. Er hätte der Schwarzhaarigen ja seine Pranke hingehalten, aber er fürchtete doch das dünne Ding nachher noch zu verletzen. „Also, abgemacht.“, bestätigte er dann ihre Frage. „Katakane tarnen sich meistens.“, erklärte er dann, „Meistens hinterlassen sie nur furchtbar entstellte Körper, die häufig auffällig blutleer sind. Zwar ist alles verteilt…aber das Blut fehlt eben.“ Er machte eine ausladende Geste. „Nicht gerade das typische Mordprofil eines Sterblichen der eine Schraube locker hat und auch nichts was man Wölfen zuordnen, wer sowas findet weiß meistens dass das kein normaler Überfall war. Daher brauch man nur danach die Augen und Ohren aufzuhalten. Auch wenn ich mich drum kümmern werde, wärs ja nicht schlecht wenn die…äh…magischen Lauscher der Dame sich ebenfalls etwas ausstrecken würden. Schließlich, je schneller wir was finden, desto eher haben wir Chancen das auch vor Hexenjägern oder Konkurrenten zu erreichen.“ Der Bär brummte und starrte in seinen leeren Metkrug. Er könnte schwören das ihn irgendein kleines Flattervieh verfolgte das Löcher in seine Krüge bohrt. Enttäuscht knallte er den Krug einmal auf den Tisch, wobei Krug und Tisch gleichermaßen ächzen. „Meld ich mich also am besten, wenn ich was gefunden hab. Außer natürlich die Dame hat schon etwas im Hinterkopf?“
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Elsbeth
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#6
23.10.2021, 22:36
Auf den feinen Zügen der Zauberin zeigte sich nur ein leichtes Schmunzeln, als der Hexer über die Wiedereröffnung der Hexerschulen sprach. Sicher wusste sie nicht viel über die Mutanten und deren Alltag, doch von diesen Schulen hatte sie durchaus gehört – und wusste, dass die jüngsten ausgebildeten Hexer allesamt wesentlich älter waren als sie selbst. Die Schulen waren nicht gewaltsam aufgelöst worden, wie Aretusa, doch ein langsames Aussterben führte letztendlich zu einem sehr ähnlichen Ergebnis. Daher fand sie es fast schon lobenswert, dass sich der Hexer so eine Option offen hielt und hätte, so denn ihr ein solch talentierter Junge tatsächlich einmal über den Weg laufen würde, eine Vermittlung an ihn durchaus in Erwägung gezogen, in ihren Augen gab es nämlich durchaus schlechtere Schicksale, als Hexer zu werden. Die konnten immerhin lesen und schreiben und letztendlich ganz gut auf sich allein aufpassen, was man von den meisten einfachen Bauern kaum behaupten konnte. Als er dann zurück zum eigentlichen Thema kam, nickte sie leicht – mit einem Katakan wäre sie durchaus zufrieden. Seine Aufzählung der nötigen Ressourcen ließ sie nachdenklich die Augenbrauen zusammenziehen, er wusste genauso gut wie sie, dass sie sich nicht in einer Region aufhielten, in der es solche Mittelchen im Überfluss gab – zumindest hätte sie aus dem Stehgreif niemanden in Reichweite gewusst, bei dem sie spontan vorbeischauen und großzügig hätte Geld gegen nützliche Ware hätte eintauschen können. Bei der Erwähnung von Igni fuhr ihre Zungenspitze kurz über die Unterlippe – für ihn vielleicht ganz unabhängig, zufällig. Für sie war es jedoch die zweifelhafte Aussicht, sich gegebenenfalls, unter blöden Umständen, mal wieder mit unkontrolliertem Feuer auseinanderzusetzen. Und, bei aller Liebe, waren die Hexer nun nicht für ihre präzisen und immer kontrollierten Einsätze der Zeichen bekannt. Im Vergleich waren sie doch eher die Rammböcke und nicht die filigranen Künstler. Feuer. Warum immer wieder dieses vermaledeite Feuer? Sein Vergleich mit Brenna stimmte sie nicht viel hoffnungsvoller und ließ sie die Lippen zu einem wenig begeisterten Lächeln verziehen. Sicher hatte Elsbeth selbst irgendwie geahnt, worauf sie sich einließ, doch das Bild von zerrissenen und am besten noch brennenden Körpern – vor allem ihrem eigenen – hatte ihr Geist bisher konsequent eben nicht gezeichnet.

Sie hoffte inständig, dass der Hexer sich bewusst war, dass sie zur Auszahlung der Sechshundert am Leben bleiben musste und er daher ein durchaus gesteigertes Interesse an ihrer Unversehrtheit haben sollte. Sie war kurz versucht, ihm noch aufzuzählen, wie viel Abzug sie für jede Macke an sich selbst veranschlagen würde, seine Zustimmung zur Vereinbarung jedoch ließ sie schweigen und aller Unklarheiten über Details zum Trotz sichtlich erleichtert nicken. „Das freut mich.“, meinte sie dann mit ernstem Tonfall aus dem wenig tatsächliche Freude herauszuhören war, während sich ihre Gedanken an zerrissenen Kadavern und lodernden Flammen festbissen, was seine folgenden Worte nicht wesentlich besser machten. Aber immerhin: kein Blut. Das machte die Vorstellung ein bisschen leichter. Nicht.

Elsbeth schluckte schwer und griff nun tatsächlich das erste Mal nach ihrem Weinkrug, um auch etwas aus ihm zu trinken und nicht nur als Ablenkung hin und her zu schieben und nippte dennoch vorsichtig, als hätte sie Angst, dass ihr Magen ihr direkt zeigen würde, was er von ihrer kreativen Vorstellungskraft in Verbindung mit dem bedenklich roten Gesöff hielt. Bei der Erwähnung ihrer „magischen Lauscher“ hob sie schließlich fast vorwurfsvoll eine Augenbraue und drehte nun wieder den Weinkrug zwischen den Fingern. Immerhin schien das versprochene Gold eine gewisse Motivation in ihm geweckt zu haben, was ihr durchaus gelegen kam. Sie selbst schob unangenehme Dinge – und diese Aktion würde unangenehm werden, da war sie sich ziemlich sicher – ungern auf und verfolgte eher das Prinzip „Augen zu und durch“, sodass sie sich tatsächlich grämte, dass keine Informationen, die sie so in Petto hatte, eben von zerfledderten, blutleeren Leichen handelten. „Offenbar bewege ich mich in zu vorsichtigen oder behüteten Kreisen, als dass mir aktuelle Fälle von deinen eben beschriebenen Gräueltaten in der Umgebung irgendwie bekannt sind.“, gestand sie dann und war über die ausgesprochene Tatsache nicht wirklich unglücklich. Sie blickte für einen Moment auf den leeren Metkrug, verzichtete jedoch auf eine entsprechende Geste zur Schankdame, denn eigentlich war es ihr ganz lieb, wenn sie keine weiteren Gruselgeschichten mehr hören würde. Stattdessen griff sie in ihre Manteltasche und legte eine halbwegs großzügige Bezahlung an die Kante des Tisches, von der sie sich erhoffte, dass sie auch ein wenig Verschwiegenheit wert war. „Ich vertraue den Leuten hier nicht, aber sie sind halbwegs zuverlässig und finden ihre Wege, um Nachrichten zu überbringen.“, meinte sie dann mit gesenkter Stimme und blickte den Hexer nun direkt an, auch wenn es ihr schwer fiel, den Anblick der gelben, fremd wirkenden Augen zu ertragen. „Lass mich wissen, was du brauchst, und ich werde sehen, was ich besorgen kann.“ Versprechen wollte sie in dieser Hinsicht nichts, immerhin nützte es Beiden nichts, wenn sie die Aufmerksamkeit der Hexenjäger oder anderen Gestalten auf sich zog. Mit einem abschließenden Nicken rückte sie dann den Stuhl ein wenig zurück und erhob sich, rückte den Kragen des Mantels zurecht und ließ das zusammengefaltete Papier wieder in der Tasche verschwinden, aus der sie es gezogen hatte. "Die Anzahlung kannst du dir heute Abend bei der Succubus abholen, die hier arbeitet. Sie hat einen, sagen wir, simplen Verstand, hat jedoch den Ruf ihre Aufträge gewissenhaft zu erledigen." Ein flüchtiges, amüsiertes Zucken der Mundwinkel unterbrach ihre Erklärung. "Sollte etwas fehlen oder man behaupten, man wüsste nicht, worum es geht: nimm' dir ihren hübschen Kopf, der dürfte in Novigrad ähnlich viel Wert sein." Um die fehlende Höflichkeit und Etikette der Begrüßung aufzuholen, die die gelungene Vereinbarung ihr nun doch wert war, trat sie doch noch die wenigen Schritte um den Tisch an die Seite des Hexers und streckte ihm nun die schmale Hand entgegen. „Auf ein schnelles Wiedersehen.“
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