The Square
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Willkommen, lieber Reisender!

Setz‘ dich zu uns, nimm einen Krug und deine Gwintkarten in die Hand. Es sind schwere Zeiten, in denen du zu uns gestoßen bist. Wir schreiben das Jahr 1273 und das Feuer der Hexenjagd hat schon viele Menschenleben verschlungen. Egal ob Mensch, Mutant oder Anderling: Es wird Zeit, dich für eine Seite zu entscheiden. Schmiede mit uns das Schwert des Schicksals neu und verändere mit uns die Politik, um Geschichte zu schreiben.
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The Square › Silver & Steel › Redanien
Steh' mir nicht im Weg

Steh' mir nicht im Weg
Falgeirr
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#1
23.10.2021, 22:40
Beinahe zu sanft tätschelte er seinem treuen Begleiter die Flanke. „Kein Ort für dich.“, brummte er als Erklärung warum er einen Wirt bezahlte, dass er sein Pferd in diesem Kaff abstellen durfte. Aber auf Monsterjagd empfand er die Vierbeiner selten als besonders nützlich, abermals brummend schulterte er die mächtige Axt aus der Bärenschule und stapfte dann in Richtung Wald. Die Dorbewohner verfolgten den Mann in dem schweren Mantel, aus dem an jeder Stelle entweder Leder, Kette oder Platte herauslugte – wie ein Axtmörder, der sich mal so gar nicht darum kümmerte ob jemand seine Taten unter Umständen mitbekam stapfte er in Richtung des Waldes. Es war in gewisser Weise auch richtig, dass er ein Mörder war – nur eben einer, den die Leute nach Möglichkeit hier und dort mal gebrauchen konnten. Falls ihn jemand folgen wollte, konnte man das schon alleine wegen den großen Fußspuren, die der mächtige Bärenhexer im Schlamm zurückließ. Er glaubte aber nicht, dass es jemand im Dorf wagen würde ihm hinterher zu rennen, um seine ganz persönliche Version der Hexenverfolgung an ihm zu üben, ein dankbarer Gegner war der Mann nämlich wirklich nicht. Wenn es schon nicht die schwere Axt, das Schwert oder eine der zahlreichen anderen Waffen an seinem Körper erledigten – dann Hexerzeichen, Tränke oder sonst etwas. Brauchen tat er all diese Utensilien, denn am Ende wusste man nie auf was man wirklich traf. Er hatte schon die fiesesten Zufälle erlebt, zwei Werwölfe in einem Lager, ein Greif mit seinen Kindern – nein, so lange überlebte man in diesem Geschäft nicht, wenn man sich nur auf die Vorarbeit verließ. Diese Bestand darin, mehre Aushänge zu lesen durch die Umgebung zu reiten und beim kleinsten Verdacht es könnte was vampirisches sein sich mit den Leuten zu unterhalten, in diesem Fall war er sich recht sicher das dem so war.

Er fragte nicht zufällig nach diesen Blutsaugern, sehr effizient war es nämlich nicht und er hatte sich mehrfach Gedanken gemacht, ob er das Geld was er beim Durchreisen liegen gelassen hatte nicht später bitter bereuen würde – immerhin gelang es ihn zwei Fliegen mit einer Axt zu schlagen, von daher. Wenige Augenblicke, nach dem er sich sicher war, hatte er einen Boten losgeschickt eine gewisse Dame zu informieren, wo der Treffpunkt sein würde und sich ansonsten auf den Kampf vorbereitet. Leichen hatte er sich angesehen und Berichte gehört, Tränke gebraut und Stahl geschliffen. Von den Monstern, die man so jagen konnte, gefielen ihm die Blutsauger am wenigstens. Oftmals waren sie schnell und windig, nicht gerade das was man in Skellige so vorfand und dementsprechend schwieriger zu handhaben als ein Greif oder sonst irgendwas Riesiges. Oftmals bestand die Taktik seiner Schule darin, einfach so lange einzukassieren bis der Andere umfiel – das nützte hier kaum etwas, wenn man das Vieh nicht traf. Aber er bekam Geld bei der schlechten Auftragslage im Moment war es das umso mehr wert. Natürlich gab es viele Aufträge, so war es nicht, aber Leichenfresser oder sonstiger Mist wurde dementsprechend schlecht bezahlt und in Novigrad selbst dauerte es lange, bis jemand sich traute einen Hexer anzusprechen, wenn die Kirche den Leuten im Nacken hielt. Wie viele dieser dimeritium-tragenden Wichser es schon versucht hatten, ihm einen Auftrag abzunehmen oder ihn mit dummen Sprüchen einzuschüchtern. ‚Ihr seid die Nächsten‘ – ja sicher, damals hatte man ganze Armeen gebraucht um die Festungen der Hexer einzunehmen und selbst Falgeirr alleine konnte so eine Gruppe von gläubigen Straßenschlägern fertig machen, auf die Schlacht war er gespannt. Leider steckte dahinter die traurige Wahrheit, dass er sich im Zweifel nicht darauf verlassen konnte Unterstützung von seinen mutierten Brüdern zu bekommen. Schließlich gab es kaum noch Hexer, und die waren auch noch auf die verschiedenen Schulen verteilt. Im Zweifel sah man sich ja immer noch als Konkurrenz – oder im Falle der Katzen – als feindlich.

Falgeirr lehnte seine schwere Axt gegen einen Baum, ein gutes Stück weit entfernt von dem eigentlichen Ziel und verschränkte die Arme. Ein grummeliges Brummen das allen Bären im Umkreis klarmachte, dass der Alphabär angekommen war entkam seinen Lippen und dann stand er da, angewurzelt wie ein Baum. starr schaute er dabei in eine Richtung, zwischen den Bäumen stieg immer wieder einmal dunkler Rauch auf – niemand besuchte gerne einen Köhler, meist brachte er seine Waren ins Dorf und blieb ansonsten auf sich gestellt im Wald, in der Nähe von Wasser. Langsam ließ der Hexer seine Knochen knacken. Wenn die Hexe sich nicht beeilte, bevor der Katakan auf Raubzug ging würde sie sich halt die Komponenten, die sie brauchte in kaltem Zustand holen müssen. Schickte ja schon, dass es dämmrig war und das Vieh sich unsichtbar machen konnte. Um die Zeit doch noch produktiv zu nutzen, griff er seine Axt und rieb das schwere Konstrukt mit dem richtigen Waffenöl ein – es sollte dem Biest wehtun, wenn er zuschlug, je weniger Schläge er brauchte desto besser.
[Bild: sig1.png]
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Elsbeth
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#2
23.10.2021, 22:43
Es hatte sie wirklich angestrengt, nicht darüber zu reden. Sowohl Drazan als auch Philippa gegenüber den Mund zu halten und sich statt diese an ihrer Aufregung teilhaben zu lassen davon zu überzeugen, dass sie eine Freundin besuchen wolle. Sie ahnte, dass Beide ahnten, dass da vielleicht eher ein Mann im Spiel war. Aber auf einen Hexer, das wusste sie mit dezenter Genugtuung, auf den wären sie nie gekommen – auch wenn die Absichten, die das Treffen mit dem „Mann“, wenn man ihn denn so nennen konnten, sicherlich falsch eingeschätzt wurden. Aber das kümmerte sie kaum, sodass sie frohen Mutes aufgebrochen war, als hätte sie die so viel besungene Abenteuerlust gepackt und sie erfolgreich das Risiko, das sie einging, einfach ausgeblendet. Tatsächlich hatte ihr die positiv verlaufene Verhandlung mit dem Hexer einen großen Schwung Motivation beschert. Die nötigen Vorbereitungen hatte sie innerhalb kurzer Zeit, wenn auch mit einigen Umständen und Notlügen, erledigen können und so war sie nun auf dem Rücken der zarten Rappstute unterwegs zum Treffpunkt, die Taschen voller Dinge, die nicht nur wertvoll sondern auch durchaus pikant genug waren, dass man mit ihnen nicht auf offener Straße erwischt werden wollte – oder gar in einer dunklen Gasse. Von Hexenjägern. Doch sie zog kaum Aufmerksamkeit auf sich. Auf dem Weg von Novigrad zu dem kleinen Dorf, wie üblich in schwarz gekleidet, in zweckmäßigen Kleidern, von einem dunklen Mantel von Wind und Kälte geschützt, fiel sie kaum auf.

Erst in eben jenem Dorf angekommen musterte man sie schließlich mit offensichtlicher Skepsis. Denn zwischen den durchschnittlichen, armen Bauern wirkte sie doch fehl am Platz, doch zu fein, zu zart – und überhaupt nicht so, als wäre sie passende Begleitung für den robusten Hexer, der bereits vor ihr eingetroffen war und somit die erste Aufregung der Dörfler schon aufgebraucht hatte. Das wurde ihr zumindest von einem sichtlich hin- und hergerissenem Wirt erzählt, der ihr auf eine freundliche Nachfrage hin den richtigen Weg zeigte, den Falgeirr eingeschlagen hatte und der ihr bereits nach wenigen Metern ein leises Fluchen abrang, während sie mit vorsichtigen Schritten durch den Schlamm watete und dabei die Hände fest um die lederne Tasche mit ihren Errungenschaften verschränkte, die bitte ebenso wenig wie sie dort unten am Boden enden sollten. Es wäre doch eindeutig zweckmäßiger gewesen, sich in der Schenke zu treffen und von dort gemeinsam zum Ort des Geschehens zu wandern, aber der nette Herr Hexer hatte es wohl zu eilig gehabt. So fand sich Elsbeth schließlich mit klammen Füßen in den eindeutig zu zarten Stiefeln im Dreck wieder, den sie zwar kannte, aber nicht vermisst hatte. Ach, gepflasterte Straßen in Städten waren doch ein großer Segen!

„Guten Abend!“, grüßte sie dann endlich erleichtert den Hexer, als sie ihn erspähte und sich mit einem tiefen Seufzen der Last in den Armen entledigte – also vorsichtig aber doch zügig mit verheißungsvollem Klimpern aus dem Inneren der Tasche eben diese neben sich auf den Waldboden sinken ließ und sich eine verirrte Strähne des schwarzen Haares aus dem Gesicht wischte. So langsam dämmerte ihr doch wieder, worauf sie sich hier eingelassen hatte und in der Stille, die sich gerade ausbreitete, wurde ihr vielleicht doch in der Magengrube ein wenig flau. Mit einem tiefen Atemzug musterte Falgeirr fast schon ungeniert, während sie ihre Handflächen aneinander rieb, um die klamme Kälte aus den Fingern los zu werden. Im Vergleich zu ihm sah sie kaum danach aus, als würde sie sich in naher Zukunft mit einem Vampir auseinandersetzen wollen. Sowohl Waffen als auch Rüstung suchte man an ihr vergebens, sah man von den zwei zarten Dolchen ab, die sie bei sich trug und in den Augen des Hexers wahrscheinlich nur zum feinen Dinieren am Hof getaugt hätten. Wie praktisch, dass sie sowohl zum Schutz als auch zur Verteidigung quasi nur mit dem Finger schnippen und sich nicht auf so unbequeme und schwere Handwerkzeuge wie Schwerter und Äxte verlassen musste. „Ich sehe, wir sind Beide gut vorbereitet.“, meinte sie dann mit einem knappen Nicken auf seine Axt und schließlich auf ihren gut verpackten Schatz zu ihren Füßen. „Lassen wir uns eigentlich nachher vom Wirt dafür bezahlen, dass wir das Dorf vor dem Monster retten? Ich meine...“ Sie ging in die Hocke, öffnete die Ledertasche und begann in ihr zu kramen. „Ich weiß nicht, wie ihr Hexer das sonst regelt. Aber die Leute im Dorf schienen ganz hoffnungsvoll, oder nicht?“ Mit einem leisen „Aha!“ zog sie eine Flasche mit tiefschwarzem Inhalt aus der Tasche und hielt sie Falgeirr mit ausgestrecktem Arm hin. „Das Zeug hat mir fast den Kopf gekostet.“, erklärte sie dann mit einem fast vorwurfsvollen Blick zu ihm hinauf, ehe sie die Flasche noch einmal auffordernd schwenkte. „Ich hoffe, das ist es nachher auch Wert.“ Dass das Beschaffen der Zutaten für den seltsamen Trank sie vor große Herausforderungen gestellt hatte, konnte sich der Hexer sicherlich denken. Dass ihr beim Zusammenrühren der Zutaten für das schwarze Blut im ersten Versuch fast der Kessel um die Ohren geflogen wäre, behielt sie für sich.
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Falgeirr
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#3
23.10.2021, 22:45
Als hätte er selbst Wurzeln geschlagen, stand er eine halbe Ewigkeit regungslos im Wald und hatte den Blick in die Richtung gewandt, wo er das Ziel dieses Unterfangens vermutete. Er konnte jetzt grummelig einen Fluch auf die Pünktlichkeit von Zauberern sprechen, allerdings sparte er sich die Mühen für den Kampf auf. Die Axt hatte er mittlerweile auf seine Schulter gelegt, um nicht beim Laufen irgendwo das darauf befindliche Öl abzustreifen. Dank seiner katzenartigen Augen musste er trotz dämmrigem Licht keine Bußen in seiner Fähigkeit Dinge zu erkennen hinnehmen. Die, zugegeben, nicht gerade sehr laute Hexe hörte er lange bevor sie neben ihm erschien und ihre Präsenz rang ihm ein kurzes, anerkennendes Brummen ab. Ein Gruß erübrigte sich damit, jedenfalls in seiner Welt. Bei ihrem Kommentar hob er kurz die Brauen und besah die Frau, wäre sie jetzt auf einer teuren Feier dann wäre sie wirklich gut vorbereitet (und wenn man die Mordrate auf solchen Veranstaltungen in höheren Kreisen berücksichtigte, er vielleicht auch). Für die Jagd nach einem Vampir jedoch…bestand da durchaus Bedarf nach Verbesserung, wenn man ihn fragte. Was den Wirt anging, gab es einen unerfreulichen Laut von seiner Seite was einen fast vermuten ließe, ein Bär wäre aus dem nächsten Busch gesprungen. „ Ich hatte das vor.“, offenbarte er knapp seine Pläne – eigentlich wollte er die Schwarzhaarige wirklich nicht an diesem Geschäft beteiligen. Hexergeschäfte eben. Es würde sowieso niemand glauben, dass sie einen Anteil daran hatte. Den Bonus hätte sie ihm ruhig zusichern können, aber irgendwie hatte er so ein Gefühl, dass er damit nicht davonkommen würde.

Als sie die Phiole zeigte, verzog er aus Reflex das Gesicht. Er hatte nämlich noch sehr genau den Geschmack dieses absolut giftigen Gesöffs in Erinnerung und es war alles andere als angenehm. Auch das Gefühl, dass das eigene Blut quasi ätzend war – da gab es wirklich angenehmere Dinge. Hexermutationen sei dank würde er das schon irgendwie überleben. Aus Angst ihr die Hand zu brechen – oder das Glas – wenn er ihr das Ding einfach abnahm hielt er nur eine seiner großen Pranken auf und wartete bis sie es in seine Pfoten fallen ließ. „Eh.“, brummte er dann nur, „Wenn unser scharfbezahnter Freund auf die Idee kommt, aus mir einen lebenden Snack zu machen ist es das auf jeden Fall.“ Ein wenig juckte ihm jetzt schon der Hals, gut das dieser ordentlich gerüstet war – würde nur nichts nützen gegen so ein Vieh. „Also…das Vieh gibt sich als Köhler aus, ist gar nicht so dumm lebt recht abgeschottet in der Nähe von einem kleinen Fluss und macht eben Kohle. Die schleppt er dann möglichst spät ins Dorf…trinkt ein paar Bier….auf dem Heimweg gibt’s dann Frühstück, schätz ich. Ist auch egal, wie man ja riechen kann hat er schon mit der Arbeit angefangen, wird also draußen herumlaufen der Typ. Ich geh hin, und hau ihm ne Axt ins Kreuz – lang faseln werd‘ ich mit dem nämlich nicht.“ Er ließ seinen Blick über Elsbeth gleiten. „Am Besten hälst du dich einfach raus…falls du nen Zauber sicher platzieren kannst, schadet das bestimmt nicht – aber wehe du triffst mich, dann haben wir ein Problem. Im Zweifel also einfach nichts machen.“ Er steckte die Phiole an eine Halterung an seinem Mantel und zeigte dann in eine Richtung. „Hier lang.“ Und ohne sich irgendwie auf ein Gespräch einzulassen, stapfte er los.

Es war ein relativ kurzer Fußmarsch, bis eine einzelne, vereinsamte Hütte zum Vorschein kam, an der zahlreiche hügelartige Gebilde zu erkennen waren die freudig vor sich hin rauchten. Der Hexer nahm die Phiole in die Hand und blickte kurz auf die Zauberer-Tante zurück. „Dann wollen wir mal.“, brummte er und hielt noch einen kleinen Moment inne – Hexen hatten immer irgendwas zu faseln.
[Bild: sig1.png]
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Elsbeth
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#4
07.05.2022, 20:04
Mit einem kurzen Heben der Augenbrauen und einem leisen „Hm.“, stellte Elsbeth für sich also fest, dass es in der Rettungsaktion im Sinne des Dorfes für den Hexer nicht wirklich ein „Wir“ gab, besonders, wenn es um die Zahlung ging. Wahrscheinlich hatte er deshalb nicht dort auf sie gewartet, um die Vereinbarung direkt allein zu treffen. Sehr charmant. Allein der Wert der Phiole, die sie zwischen den kalten Fingern hielt, überstieg wahrscheinlich den von ihm ausgehandelten Preis der angestrebten Säuberung. Dass es nicht wirklich einen Markt dafür gab, mal außen vorgelassen. Und so verzog sie kurz mit einem eindeutig wertenden Blick, der soviel aussagte wie „Das merk ich mir“ das Gesicht, ehe sie die Phiole mit einer ihr sehr eigenen Sorgfältigkeit schon fast sanft in seine Hand legte, als würde sie ihm ein nicht nur materiell, sondern auch persönlich wertvolles Geschenk machen. Sie verfolgte den Weg ihrer Gabe noch einen Moment lang mit einem fast mahnenden Blick, ehe sie sich wieder dem Inhalt der Ledertasche widmete. Das leise Klimpern, das die hin- und hergeschobenen Phiolen und Glasflaschen im Inneren der Tasche auslösten, untermalte dabei sacht die allgemeine Erklärung der Situation, die Falgeirr ihr zutrug und der sie mit einem mehr oder mindern aufmerksamen Nicken folgte. Die durch seine Worte wurde ihr nun wieder klar, dass es sich bei ihrem Ziel offenbar tatsächlich um ein offenbar intelligentes und durchaus als gefährlich zu bezeichnendes Wesen handelte. Das hatte sie bis hier hin gut verdrängt und so nahm ihre Miene nun doch wieder deutlich ernstere Züge an, während sie weiter kramte. Hier und da fand eine gut gesicherte Flüssigkeit den Weg in ihre Mantel- oder Gürteltasche, zu guter Letzt sammelte sie schließlich das mit Silbersplittern und einem netten, explosiven Zauberspruch gefüllte bauchige Mondstaubbombe ein. Während sie sich aufrichtete erwiderte sie für einen kurzen Moment direkt den Blick des Hexers, der erfreulich entschlossen wirkte und mit dessen Plan sie halbwegs einverstanden war. Nicht, dass sie meinte, es besser zu wissen, sonst hätte sie sich ihre durchaus überteuerte Begleitung einfach gespart. Aber allein die Ansage, im Zweifel lieber gar nichts zu machen, weckte direkt einen gewissen Trotz in ihr, obwohl sie mittlerweile fast daran gewohnt sein sollte, dass man ihr offenbar nicht allzu viel zutraute. Aber da sie wusste, dass sie sich hier lieber darauf verließ, dass sich der Hexer für sie die Hände schmutzig machte und auf sie aufpasste um seinen Lohn später einzustreichen, setzte sie am Ende seiner Belehrung ein perfektes Lächeln auf. „Schrei einfach, wenn du meine Hilfe brauchst.“, schlug sie ihm dann mit einem vielsagenden Nicken vor, das Falgeirr schon gar nicht mehr mitbekam, da er sich bereits ein paar Schritte vorwärtsbewegt hatte, während sie noch ihre Tasche schulterte ehe sie ihm folgte.

Elsbeth wog die Mondstaubbombe, für deren wirkungsvollen Inhalt sie ein paar Gabeln aus der Küche geklaut hatte, in der Hand ab, während sie sich dem Ziel näherten und stoppte ihren Gang schließlich, als sie seine rechte Seite erreichte. Sie blickte erst zu ihm hinauf, dann zu der Phiole in seiner Hand und verzog in einem Anflug von Mitgefühl kurz das Gesicht. Sie hatte in der Arbeit für dieses Gesöff einen ausgeprägten Respekt vor dem Kontakt mit der schwarzen Flüssigkeit entwickelt und es nicht einmal testweise auf den Kontakt mit auch nur der eigenen Fingerspitze ankommen lassen, sodass ihr die Aussicht, dass sich Falgeirr dies einverleiben würde, schon fast selbst wehtat. „Zum Wohl.“ Sie nickte ihm zu, ließ die Tasche dann wieder neben sich auf den Boden sinken und ließ einen prüfenden Blick über die Szene vor ihnen schweifen. Es war nicht so, als dass ihr so ein Köhlergelände bekannt war, aus rein taktischer Sicht war es ebenso einzuschätzen, wie aus ästhetischer – als eher unschön. Unschön fand sie auch den Umstand, dass das Gelände fast gespenstisch und unwirklich ruhig vor ihnen lag und sie keinerlei Bewegung ausmachen konnte, die für Falgeirrs Plan, dem Vampir direkt die Axt zwischen die Schulterblätter zu treiben irgendwie essentiell gewesen wäre. Weiter auf der dringlichen Suche nach ihrem Ziel reckte Elsbeth noch ein wenig den Hals und stellte sich auf die Zehenspitzen, womit sie dennoch nicht einmal ansatzweise den Überblick erhielt, den Falgeirr neben ihr hatte. „Kannst du irgendwas sehen?“, fragte sie dann leise und wie beiläufig drückte sie ihm die Mondstaubbombe in die Pranke, denn das Gefühl der sich deutlich aufstellenden Nackenhaare weckte in ihr abrupt das dringende Bedürfnis, selbst beide Hände frei zu haben. „Was, wenn er uns schon gehört hat?“, fragte sie dann, unterschwellig auf die Tatsache anspielend dass sich der Hexer neben ihr nicht gerade wie auf Katzenpfoten fortbewegte und so ein Monster höchstwahrscheinlich mit eher überdurchschnittlichen Sinnen ausgestattet war? „Oder gar nicht allein ist?“ Sie merkte, wie ein wenig Panik in ihr Aufstieg und besann sich allein auf eine Regung des Hünen neben ihr, lieber den Mund zu halten. In einer gleichsam entschuldigenden und vermeintlich sich selbst zu beruhigenden und zur Stille zwingenden Bewegung legte sie sich mit leicht gesenktem Kopf die Fingerspitzen auf die Lippen, während sie einmal hörbar tief ein- und ausatmete. Just in diesem Moment zog eine Bewegung an der baufälligen Hütte links von ihrem derzeitigen Standpunkt ihre Aufmerksamkeit auf sich, die auch Falgeirr nicht entgangen war. Elsbeths Körper straffte sich wieder, während sie ihre Hände wieder langsam sinken ließ und sich ihre Augenbrauen ein wenig zusammenzogen. „Ist er das?“, fragte sie dann zweifelnd, denn die gebückte Gestalt, die dort aus der Tür geschlurft kam, wirkte wenig angsteinflößend. Ihr Kopf neigte sich ein wenig zur Seite, offenbar hatte das Vieh sie noch nicht bemerkt. Sie blickte wieder zur Falgeirr hinauf und wartete auf seinen Plan, der hoffentlich nicht beinhaltete, sich hinterrücks zwischen den Kohlemeilern anzuschleichen – in Anbetracht der schieren Größe des Hexers wirkte die Aussicht darauf für sie doch eher albern.
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