23.10.2021, 22:48
Sie hatte über die Tage, die sie bereits im Rosmarin und Thymian verbracht hatte, den allgemeinen Tagesablauf der Besitzer und Angestellten soweit verinnerlicht, dass sie sich zu fast jedem Zeitpunkt sicher war, wem sie über den Weg laufen würde – oder auch nicht. Und da sie ahnen konnte, in welcher emotionalen Verfassung sich Rittersporn nach dem gestrigen Abend befinden würde, entschied sich Saskia für ein überaus frühes Frühstück, das nicht nur von der überaus freundlichen Nive sondern auch mit dem netten Umstand von Ruhe serviert werden würde, statt sich an einem späteren Zeitpunkt mit dem aufgelösten Freund auseinanderzusetzen. Sie konnte sich bildlich vorstellen, wie sehr der gestrige Abend den armen Barden aufgewühlt hatte. Sie selbst hatte das Schauspiel deutlich weniger mitgenommen, mehr allgemeine Neugier und Interesse als Angst um das eigene Leben geweckt und tatsächlich hatte sie halbwegs gut geschlafen. Entsprechend munter stieg sie die Treppen zum Schankraum hinab, dabei die Schultern räkelnd und bereits auf halber Strecke mit einem milden Lächeln zu Nive winkend, die bereits dabei war, die wenigen Gäste an diesem Morgen zu bedienen. Zwischen diesen jedoch ausgerechnet einen der Hexer zu erkennen, die gestern an der hitzigen Debatte teilgenommen hatten, überraschte sie. Manch einer hätte wohl gezögert, sich einfach zu mit an den Tisch zu setzen – Saskia jedoch nicht.
Ob er sie vorher ebenfalls schon bemerkt hatte oder es erst das Scharren des Stuhles über den Boden war, der ihn zu ihr blicken ließ, konnte sie nicht sagen. Doch da es sich immer noch um einen Hexer handelte, dem sie nun gegenübersaß, war Ersteres wohl wahrscheinlich. Auch ihm gönnte sie nun ein Lächeln, während sie sich und den Stuhl zurechtrückte. „Ich fürchte der Großteil der unwissenden Gäste hier würde sofort tot umfallen, wenn sie wüssten, mit wie vielen Hexern sie heute Nacht unter einem Dach geschlafen haben.“, meinte sie dann leise, ehe sie mit einem Nicken auf die stumme Frage nach Frühstück? Tee? der blonden Schankdame nickte, die gerade an einem der benachbarten Tische abräumte. „Vielleicht sind sie aber mittlerweile auch ungewöhnliche Anblicke hier gewohnt.“, fügte sie dann an, in die Runde der Anwesenden blickend. Ungeniert, wie sie es immer tat, die Augenbrauen dennoch in deutlichem Zweifel zusammengezogen, ob sie den Menschen hier dergleichen zutrauen konnte. In Vergen hätte sie keinen Zweifel gehabt, doch hier, mitten in Novigrad wusste jeder, dass er mit dem Feuer spielte, wenn er sich sonderbare Leute oder gar Anderlinge in das Haus holte. Vielleicht hatten Rittersporn und Zoltan ja auch einen mächtigen Zauberer im Keller eingesperrt, der die Augen der Gäste verzauberte und sie nichts Auffälliges in den Räumen des Hauses erspähen ließen. Sie schnaubte leise. Seltsamerweise fand sie den Gedanken im zweiten Augenblick gar nicht mehr so abwegig. Im Dritten jedoch traute sie weder dem Barden noch dem Zwerg eine solche Tat zu, auch wenn vor allem der Zwerg auch ihr vielleicht schon einmal damit gedroht hatte, sie in eine Mine zu sperren. Ein kurzes, amüsiertes Zucken der Mundwinkel war ihr noch anzusehen, als sie ihr Augenmerk zurück zum Hexer lenkte. „Und du? Gut geschlafen zwischen all den Menschen?“, fragte sie dann, ehe sie Nive mit einem leisen Danke die dampfende Tasse Tee abnahm.
Ob er sie vorher ebenfalls schon bemerkt hatte oder es erst das Scharren des Stuhles über den Boden war, der ihn zu ihr blicken ließ, konnte sie nicht sagen. Doch da es sich immer noch um einen Hexer handelte, dem sie nun gegenübersaß, war Ersteres wohl wahrscheinlich. Auch ihm gönnte sie nun ein Lächeln, während sie sich und den Stuhl zurechtrückte. „Ich fürchte der Großteil der unwissenden Gäste hier würde sofort tot umfallen, wenn sie wüssten, mit wie vielen Hexern sie heute Nacht unter einem Dach geschlafen haben.“, meinte sie dann leise, ehe sie mit einem Nicken auf die stumme Frage nach Frühstück? Tee? der blonden Schankdame nickte, die gerade an einem der benachbarten Tische abräumte. „Vielleicht sind sie aber mittlerweile auch ungewöhnliche Anblicke hier gewohnt.“, fügte sie dann an, in die Runde der Anwesenden blickend. Ungeniert, wie sie es immer tat, die Augenbrauen dennoch in deutlichem Zweifel zusammengezogen, ob sie den Menschen hier dergleichen zutrauen konnte. In Vergen hätte sie keinen Zweifel gehabt, doch hier, mitten in Novigrad wusste jeder, dass er mit dem Feuer spielte, wenn er sich sonderbare Leute oder gar Anderlinge in das Haus holte. Vielleicht hatten Rittersporn und Zoltan ja auch einen mächtigen Zauberer im Keller eingesperrt, der die Augen der Gäste verzauberte und sie nichts Auffälliges in den Räumen des Hauses erspähen ließen. Sie schnaubte leise. Seltsamerweise fand sie den Gedanken im zweiten Augenblick gar nicht mehr so abwegig. Im Dritten jedoch traute sie weder dem Barden noch dem Zwerg eine solche Tat zu, auch wenn vor allem der Zwerg auch ihr vielleicht schon einmal damit gedroht hatte, sie in eine Mine zu sperren. Ein kurzes, amüsiertes Zucken der Mundwinkel war ihr noch anzusehen, als sie ihr Augenmerk zurück zum Hexer lenkte. „Und du? Gut geschlafen zwischen all den Menschen?“, fragte sie dann, ehe sie Nive mit einem leisen Danke die dampfende Tasse Tee abnahm.


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