23.10.2021, 20:20
Saskia hatte seit dem eklatanten Vorfall in Loc Muinne einige Zeit damit verbracht, ihren eigenen Groll auf Philippa Eilhart zu schüren. Nicht einmal der Rest des nicht vollständigen Liebeszaubers, der immer noch in ihr wohnte, sich über die Monate hinweg nahezu häuslich eingerichtet aber immerhin nicht mehr für sie allgegenwärtig war, konnte daran etwas ändern. Sicher, Saskia war schon immer ein Charakter gewesen, der sich dankbar dafür zeigte, wenn man ihr eine Richtung wies, ihr einen Fingerzeig gab – denn auch wenn sie in ihrer menschlichen Gestalt nicht so aussehen mochte, war sie immer noch blutjung und empfänglich dafür, sich einer Aufgabe anzunehmen, sofern sie diese moralisch vertreten konnte. Auch wenn sie selbst anfangs über die Idee der Scoia’Tael gelacht hatte und anfangs selbst größte Zweifel an ihrer Rolle als Drachentöterin hatte, hatte sie sich leiten lassen und ihre Fähigkeiten, die nicht primär das Feuerspeien und Fliegen waren, angeboten, um ein großes Ziel zu verfolgen. Doch im Gegensatz zu der Zauberin hatten ihr die Elfen und Zwerge und nicht zuletzt auch die Menschen an ihrer Seite ihr stets die Wahl gelassen, sie selbst Entscheidungen treffen lassen. Für Philippa hingegen war sie ein bloßes Werkzeug, dass mit einem Wink der Finger oder einem bloßen Gedanken gesteuert werden konnte. Kein eigenständiger Geist mehr, nur ein stummes, dienendes Symbol, hinter dem man sich als Fädenzieher unauffällig verstecken konnte. Und auch wenn Saskia ihr wohl wieder das eigene Leben verdankte und offenbar vom Werkzeug zum Forschungsobjekt degradiert worden war, würde sie auf der Hut bleiben – sie konnte sich vorstellen, dass es kein großer Aufwand für die Zauberer war, den Liebeszauber wieder komplett herzustellen und das Band wieder enger zu knüpfen und Saskia wieder die Herrschaft über die eigenen Gedanken und Taten zu rauben.
Dass ihr Gegenüber ihre Vermutungen bestätigte, ließ sie erneut sacht den Kopf schütteln. Sie zweifelte insgeheim an der Wahrheit seiner Worte, auch wenn sie zugeben musste, dass Philippa Saskia selbst nur beiläufig und selten direkt ins Verhör genommen hatte. Ihr hatte wenig an ihrer Vergangenheit und dem reinen Wesen an sich gelegen – nur an der Macht, die ein gezähmter Drache in ihren Händen bedeutete. Darin schienen sich die beiden magisch Begabten nun zu unterscheiden, immerhin. Es machte ihn jedoch nicht vertrauenserweckender. Sie folgte seinen Fragen, die nun auf sie einprasselten, ohne, dass sie Gelegenheit bekam, mit mehr als Blicken und leisen Gesten zu antworten. Hier und da hob sie amüsiert eine Augenbraue, tat eine Frage mit einer skeptischen Falte zwischen den Augenbrauen als Schwachsinn ab und neigte leicht den Kopf, wenn sie sich selbst noch nie über das Angesprochene Gedanken gemacht hatte. Dennoch fand sie seine Euphorie weiterhin äußerst eigenartig und konnte sich nicht vorstellen, dass ihre Antworten ihm genug Stoff bieten würden, um ein weiteres, dickes Buch, auf dem sein Name stand, in die Bibliotheken der Welt zu bringen. „Also bleibe ich in dieser Zelle, bis ich jede Eurer Fragen zufriedenstellend beantwortet habe?“, fragte sie schließlich und beugte sich wieder etwas vor. Die Aussicht, möglichst schnell wieder ins Tageslicht zu kommen, war verlockend – dennoch ahnte sie, dass es so einfach nicht werden würde. „Und dann?“ Seine vor wenigen Augenblicken noch getätigte Aussage, dass der Hauch einer Chance bestand, in die Niedermark zurück zu kehren, hatte er bereits selbst damit dementiert, dass die Zauberin ihre Finger im Spiel hatte, die wohl keinesfalls ein Interesse daran hatte, Saskia erst zu retten und dann zum Aufbau des zerstörten Hortes wieder unbehelligt ihr altes Leben wieder aufnehmen zu lassen. Die Frage lief nun tatsächlich darauf hinaus, ob sie sich tatsächlich als Gefangene Nilfgaards oder Philippas ansehen durfte, wobei sie glaubte, mit letzterer Option weitaus ungünstiger davon zu kommen. Für den Moment ging es ihr aber tatsächlich hauptsächlich darum, aus den Gittern herauszukommen und sich damit zumindest von der Aufbewahrung her ein Stück weit vom gefangenen Monster zu entfernen.
Dass ihr Gegenüber ihre Vermutungen bestätigte, ließ sie erneut sacht den Kopf schütteln. Sie zweifelte insgeheim an der Wahrheit seiner Worte, auch wenn sie zugeben musste, dass Philippa Saskia selbst nur beiläufig und selten direkt ins Verhör genommen hatte. Ihr hatte wenig an ihrer Vergangenheit und dem reinen Wesen an sich gelegen – nur an der Macht, die ein gezähmter Drache in ihren Händen bedeutete. Darin schienen sich die beiden magisch Begabten nun zu unterscheiden, immerhin. Es machte ihn jedoch nicht vertrauenserweckender. Sie folgte seinen Fragen, die nun auf sie einprasselten, ohne, dass sie Gelegenheit bekam, mit mehr als Blicken und leisen Gesten zu antworten. Hier und da hob sie amüsiert eine Augenbraue, tat eine Frage mit einer skeptischen Falte zwischen den Augenbrauen als Schwachsinn ab und neigte leicht den Kopf, wenn sie sich selbst noch nie über das Angesprochene Gedanken gemacht hatte. Dennoch fand sie seine Euphorie weiterhin äußerst eigenartig und konnte sich nicht vorstellen, dass ihre Antworten ihm genug Stoff bieten würden, um ein weiteres, dickes Buch, auf dem sein Name stand, in die Bibliotheken der Welt zu bringen. „Also bleibe ich in dieser Zelle, bis ich jede Eurer Fragen zufriedenstellend beantwortet habe?“, fragte sie schließlich und beugte sich wieder etwas vor. Die Aussicht, möglichst schnell wieder ins Tageslicht zu kommen, war verlockend – dennoch ahnte sie, dass es so einfach nicht werden würde. „Und dann?“ Seine vor wenigen Augenblicken noch getätigte Aussage, dass der Hauch einer Chance bestand, in die Niedermark zurück zu kehren, hatte er bereits selbst damit dementiert, dass die Zauberin ihre Finger im Spiel hatte, die wohl keinesfalls ein Interesse daran hatte, Saskia erst zu retten und dann zum Aufbau des zerstörten Hortes wieder unbehelligt ihr altes Leben wieder aufnehmen zu lassen. Die Frage lief nun tatsächlich darauf hinaus, ob sie sich tatsächlich als Gefangene Nilfgaards oder Philippas ansehen durfte, wobei sie glaubte, mit letzterer Option weitaus ungünstiger davon zu kommen. Für den Moment ging es ihr aber tatsächlich hauptsächlich darum, aus den Gittern herauszukommen und sich damit zumindest von der Aufbewahrung her ein Stück weit vom gefangenen Monster zu entfernen.
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