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Setz‘ dich zu uns, nimm einen Krug und deine Gwintkarten in die Hand. Es sind schwere Zeiten, in denen du zu uns gestoßen bist. Wir schreiben das Jahr 1273 und das Feuer der Hexenjagd hat schon viele Menschenleben verschlungen. Egal ob Mensch, Mutant oder Anderling: Es wird Zeit, dich für eine Seite zu entscheiden. Schmiede mit uns das Schwert des Schicksals neu und verändere mit uns die Politik, um Geschichte zu schreiben.
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The Square › Silver & Steel › Redanien
keys to the castle

keys to the castle
Drazan
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#4
23.10.2021, 22:07
Für ihn kam gar nicht in Frage irgendetwas, dass das Banner von Nilfgaard trug zu ignorieren. Trotz dessen das er einer der Menschen war, die sich ebenfalls einen Wechsel im Reich herbeisehnten – gar auf der Welt – war es eine idiotische Idee irgendetwas des Geheimdienstes von Vattier zu ignorieren. Eigentlich müsste das seine reizende Partnerin in dieser Untersuchung ähnlichsehen, natürlich tat sie dies nicht, sondern bevorzugte es stattdessen ihm mit irgendwelchen Mosereien zu belästigen. Drazan bemühte sich stehts persönliche Empfindungen aus allen Bereichen seines Lebens zu verbannen und das tat er auch hier. Falls man dieses Schloss eben ausgewählt hatte, würde er es mit ähnlicher Präzision studieren wie er es eben auch mit einem alten Buch oder einer neuen Formel tun würde. Es gab am Ende keine Grenzen, was den Drang nach genauem Wissen anging. Er überging daher jegliche Äußerungen, welchen den Unmut von Aelies zum Ausdruck brachten und konzentrierte sich lieber auf seine Arbeit. Im Gegensatz zu ihr war er sich durchaus bewusst, was das Kaiserreich mit Zauberern tat die als nicht nützlich empfunden wurden oder, schlimmer gar als illoyal. Patriotismus war einer dieser Gefühle, die man bei ihm vergeblich suchte und dennoch mochte man gerne der Illusion erliegen, es wäre bei ihm das ausschlaggebende Argument. Dabei gab ihm das Kaiserreich schlicht alles, was er sich wünschte – Stabilität, Schlagkraft, Effizienz und eine Tendenz Rechte zu ignorieren, wenn es der größeren Sache diente. Nur über die größere Sache, da war man sich eben uneinig. Was für Drazan das Sammeln von Wissen war, war für Emhyr eben das Ansammeln von kriegsgeschundenen Territorien. Hatte jeder so seine Leichen im Keller.

Apropos Leichen, während sich Aelies – zweifelsohne dillentantisch – den Zeichnungen auf dem Boden widmete, untersuchte Drazan die Zellen, welche in die Wand eingelassen wurden. Sein treuer leuchtender Begleiter wurde dazu kurzerhand in die Nähe der Zelle gesandt, welche daraufhin ausgezeichnet ausgeleuchtet wurden. Skelletierte Leichen in Ketten, skelletierte Leichen auf Liegen…verschiedene Stadien der Verwesung, teilweise schwer zugerichtet. Ziemlich genau das, was der Hexer erwartet hatte. Die liebliche Stimme seiner ehemaligen Schülerin drang wieder an sein Ohr, was ihn etwas die Mundwinkel verziehen ließ. „Objektiv gesehen…“, antwortet er, „Gibt es wenig fehlgeleitete Forschung, außer man bedenkt Forschung deren Grundannahme derlei falsch ist, dass sie von Anfang an verdammt ist an eine wissenschaftliche Wand zu gelangen – dann ist sie vielleicht fehlgeleitet. Moralisch spricht meint man ja meistens, dass die Anzahl der Opfer und oder Kosten zu hoch ist, um den erhofften Wissenssprung aufwiegen zu können, völliger Schwachsinn, wenn man mich fragt. Es ging um…Goethia, wenn ich mich recht entsinne.“ Er dachte kurz nach, wiegte den Kopf und nickte dann. „In der Tat, ja. In der Grundannahme ging man davon aus, dass es gelingen könnte Dämonen an menschliche Körper zu binden und sich so einen Vorteil zu verschaffen – völlig idiotisch. Welch hirnloses, furioses Biest sollen derlei Künste in der Lage sein zu erschaffen? Als gäbe es seit der Sphärenkonjunktion nicht genug derlei Wesen – mal davon abgesehen, wie unwahrscheinlich es ist das derlei Dinge gelingen. Wie gesagt. Fehlgeleitet.“ Er leuchtete in eine der Zellen, wo noch etwas halbwegs Passables zu finden war – für Ehrendorn Standards jedenfalls. Ein früheres Stadium der Verwesung, welches von dem leicht modernden Geruch bezeugt wurde. Gleichwohl roch der Zauberer zahlreiche Chemikalien, die aus dem Korpus in die Luft abgegeben wurden. Gerade überlegte er, wie die Zellentür zu öffnen sei – da traf ihn die nächste belanglose Gesprächssalve. Der Zauberer seufzte kurz.

„Wir erfüllen einen Auftrag, Aelies.“, sagte er in gelassenem Tonfall, „Des kaiserlichen militärischen Geheimdienstes, falls ich dich erinnern muss. Man wird wohl Kenntnis der Räumlichkeiten gehabt haben – vielleicht gibt es noch ein paar mehr, in jedem Fall…würde es zu den…pragmatischeren Methoden von Vattiers Spitzeln passen, so einen Ort auszuwählen. Ist er verschmutzt, verlassen, marode und sonst wie unangenehm? In jedem Fall. Ist das ein Grund eine Anordnung zu ignorieren? Keinesfalls.“ Mit einem kurzen Zauber versuchte er das Schloss schlicht zum Nachgeben zu zwingen, nur um zu bemerken wie der weiße Blitz aus seiner Hand einfach von den Gitterstäben absorbiert wurde. „Magiesichere Zellen.“, meinte er beeindruckt zu den Gitterstäben, die von seinen Künsten gänzlich unbeeindruckt geblieben sind. Da drehte er sich auch schon auf dem Absatz um und ging näher an seine begeisterte Begleiterin heran. „Irgendwas Interessantes mit den Zeichen?“, sagte er ohne dabei eine wirklich aufschlussreiche Antwort zu erwarten. Sein Blick wanderte hinauf zu dem monumentalen Riesen…an irgendwas erinnerte ihn die Form des Wesens. Für einige Augenblicke eine denkende Pose einnehmend, hatte er schon bald die Antwort aus den tiefsten Windungen deines Hirns gefischt nur um schließlich mit einer eher bescheidenen Prognose für den Verlauf dieser Erkundung zu enden. „Ah!“, gab er von sich und wenige Augenblicke später folgte ein: „Ich denke wir sollten gehen. Fluchtartig. Aber ohne Panik, das wäre verschwendeter Atem.“ Er nickte und sah Aelies an. „Golem.“ Natürlich musste sich das Vieh auch genau in dieser Sekunde anfangen zu bewegen – der Zauberer hatte vielleicht viel Pech, aber das Schicksal mochte ihm stets eine gewisse Dramatik zugestehen.
[Bild: drazan_sig.png]
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