23.10.2021, 22:01
Es hätte viele Dinge gegeben, die Elsbeth an diesem Morgen lieber getan hätte, als sich in einer trüben, dunstigen Dämmerung auf den Weg in das redanische Umland zu machen. Ein ausgiebiges Frühstück genossen, zum Beispiel. Oder den einsetzenden Regen vom Sessel aus beobachtet. Es war nicht die Uhrzeit, die ihrer Laune zu schaffen machte, denn ihr Schlaf hatte sich bereits lange vor dem Morgen aus ihrem Zimmer verabschiedet. Vielmehr war es die anstehende Unternehmung an sich. Offenbar hatten sich Drazan und sie keinen Gefallen damit getan, aus den letzten gemeinsamen Aktionen halbwegs erfolgreich und unverletzt hervorzugehen und sich damit den Ruf als funktionierendes Duo zu verdienen, das man guten Gewissens für die Belange Nilfgaards umherschicken konnte. Zum Beispiel auf die Suche nach einem neuen Quartier, das sich außerhalb der Stadtmauern befand, jedoch nahe genug an der freien Stadt, um zumindest den Anschein von Konkurrenzfähigkeit zu erwecken. Schloss Drahim, hatte Drazan ihr halbgar erklärt, käme in Frage. Etwas standesgemäßes, immerhin.
Der Weg zum Schloss war still verlaufen, der Abstand zwischen den beiden munter voranschreitenden Reittieren der Zauberer war groß genug, um nicht in Verlegenheit zu kommen, das Gespräch zu suchen und klein genug, um sich nicht auf den gewundenen Wegen zu verlieren. Für den normalen Wegkreuzenden hätten die Beiden wohl den Eindruck gemacht, tief in eigene Gedanken versunken zu sein. Tatsächlich herrschte jedoch zumindest in dem Kopf der Dame eine ziemlich unendliche Leere, die aus dem Mangel an Schlaf und Motivation herrührte. Die Aussicht darauf, die Inneneinrichtung eines Schlosses nach Tauglichkeit zu bewerten, war doch wenig erregend. Und genau darauf war sie eingestellt.
„Sieht doch ganz nett aus.“ Die Ernüchterung sprach sowohl aus ihrem Tonfall als auch aus dem Blick, den sie über das „Schloss“ schweifen ließ. Nett war eine mehr als höfliche Umschreibung für die Ruinen, die sich hier mitten in der redanischen Pampa zwischen Unkraut, Büschen und Bäumen erhoben. Viel mehr als ein einsamer Burgturm und ein paar unvollständige Mauern waren nicht übrig und waren sicher nicht das, was sich die Zauberin vorgestellt hatte. Mit einem fast vorwurfsvollen Blick drehte sie sich zu Drazan um, der ebenfalls sein Pferd zum Stehen gebracht hatte. Einen Moment lang hoffte sie, dass sie sich einfach verritten, an der letzten Weggabelung den falschen Weg gewählt hatten, doch selbst wenn – er hätte es kaum zugegeben. Und die Wahrscheinlichkeit war gering, immerhin war sie mit Drazan Ehrendorn unterwegs, dem solche lapidaren Fehler selbstverständlich niemals unterlaufen würden. Mit einem schweren Seufzen stieg sie vom Pferd und führte es durch die verfallene Mauer, die das Gelände wohl einmal komplett umgeben hatte. Die Natur hatte sich Wege und Baumaterialien schon einverleibt und nicht einmal Trampelpfade waren übriggeblieben – Schloss Drahim war offenbar ein gottverlassener Ort und absolut keinen Ausflug oder gar Banditenlager wert. Mit einer unscheinbaren Geste und ein paar leise gesprochenen Worten vergewisserte sie sich, dass sich auch auf den genaueren Blick hin keine magischen Fallen oder ähnliches in der Nähe befanden. Noch ein wenig enttäuschter band die die Zügel an einen morschen Holzbalken, der vielleicht einmal zu einem Dach gehört hatte. „Ich bezweifle, dass diese Ruine hier auch nur irgendwie in Frage kommt.“, kommentierte sie den eigentlichen Plan, ein Objekt zur Unterbringung hochrangiger und wichtiger Persönlichkeiten aus Nilfgaard zu finden. Bereits jetzt fällte sie ihr Urteil, dass sie hier ihre Zeit verschwendeten. Trotzdem war sie pflichtbewusst genug, die morsche Holztür, mit einem Wink der Rechten aufzustoßen und einen Blick in den Turm zu werfen. Viel zu sehen gab es nicht – nur ein verhängnisvoll dunklen Abgrund, in den eine Treppe führte. Der Anblick ließ sie sich abrupt wieder zu Drazan umdrehen, beschwörend die Hände heben und den Kopf schütteln. „DAS war so nicht abgemacht.“
Der Weg zum Schloss war still verlaufen, der Abstand zwischen den beiden munter voranschreitenden Reittieren der Zauberer war groß genug, um nicht in Verlegenheit zu kommen, das Gespräch zu suchen und klein genug, um sich nicht auf den gewundenen Wegen zu verlieren. Für den normalen Wegkreuzenden hätten die Beiden wohl den Eindruck gemacht, tief in eigene Gedanken versunken zu sein. Tatsächlich herrschte jedoch zumindest in dem Kopf der Dame eine ziemlich unendliche Leere, die aus dem Mangel an Schlaf und Motivation herrührte. Die Aussicht darauf, die Inneneinrichtung eines Schlosses nach Tauglichkeit zu bewerten, war doch wenig erregend. Und genau darauf war sie eingestellt.
„Sieht doch ganz nett aus.“ Die Ernüchterung sprach sowohl aus ihrem Tonfall als auch aus dem Blick, den sie über das „Schloss“ schweifen ließ. Nett war eine mehr als höfliche Umschreibung für die Ruinen, die sich hier mitten in der redanischen Pampa zwischen Unkraut, Büschen und Bäumen erhoben. Viel mehr als ein einsamer Burgturm und ein paar unvollständige Mauern waren nicht übrig und waren sicher nicht das, was sich die Zauberin vorgestellt hatte. Mit einem fast vorwurfsvollen Blick drehte sie sich zu Drazan um, der ebenfalls sein Pferd zum Stehen gebracht hatte. Einen Moment lang hoffte sie, dass sie sich einfach verritten, an der letzten Weggabelung den falschen Weg gewählt hatten, doch selbst wenn – er hätte es kaum zugegeben. Und die Wahrscheinlichkeit war gering, immerhin war sie mit Drazan Ehrendorn unterwegs, dem solche lapidaren Fehler selbstverständlich niemals unterlaufen würden. Mit einem schweren Seufzen stieg sie vom Pferd und führte es durch die verfallene Mauer, die das Gelände wohl einmal komplett umgeben hatte. Die Natur hatte sich Wege und Baumaterialien schon einverleibt und nicht einmal Trampelpfade waren übriggeblieben – Schloss Drahim war offenbar ein gottverlassener Ort und absolut keinen Ausflug oder gar Banditenlager wert. Mit einer unscheinbaren Geste und ein paar leise gesprochenen Worten vergewisserte sie sich, dass sich auch auf den genaueren Blick hin keine magischen Fallen oder ähnliches in der Nähe befanden. Noch ein wenig enttäuschter band die die Zügel an einen morschen Holzbalken, der vielleicht einmal zu einem Dach gehört hatte. „Ich bezweifle, dass diese Ruine hier auch nur irgendwie in Frage kommt.“, kommentierte sie den eigentlichen Plan, ein Objekt zur Unterbringung hochrangiger und wichtiger Persönlichkeiten aus Nilfgaard zu finden. Bereits jetzt fällte sie ihr Urteil, dass sie hier ihre Zeit verschwendeten. Trotzdem war sie pflichtbewusst genug, die morsche Holztür, mit einem Wink der Rechten aufzustoßen und einen Blick in den Turm zu werfen. Viel zu sehen gab es nicht – nur ein verhängnisvoll dunklen Abgrund, in den eine Treppe führte. Der Anblick ließ sie sich abrupt wieder zu Drazan umdrehen, beschwörend die Hände heben und den Kopf schütteln. „DAS war so nicht abgemacht.“


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